Auswandern nach Island: Der ultimative Leitfaden für ein neues Leben im Land aus Feuer und Eis

Island, die atemberaubende Insel im Nordatlantik, zieht mit ihrer einzigartigen Landschaft aus Vulkanen, Geysiren, heißen Quellen und Gletschern immer mehr Menschen in ihren Bann, die dort ein neues Leben beginnen möchten. Die überwältigende Natur, die hohe Lebensqualität, die geringe Kriminalitätsrate und das fortschrittliche Sozialsystem machen das Land zu einem attraktiven Auswanderungsziel. 

Island als Auswanderungsziel: Faszination und Realität

Die isländische Anziehungskraft verstehen

Island übt auf viele Menschen eine geradezu magische Anziehungskraft aus. Mit nur etwa 375.000 Einwohnern auf einer Fläche von 103.000 Quadratkilometern bietet das Land eine beeindruckende Weite und Naturerlebnisse, die ihresgleichen suchen. Die dramatischen Landschaften mit ihren schwarzen Sandstränden, mächtigen Wasserfällen, aktiven Vulkanen und ausgedehnten Lavafeldern scheinen einer anderen Welt zu entstammen. Gleichzeitig ist Island für seine fortschrittliche Gesellschaft bekannt, die regelmäßig Spitzenplätze in internationalen Rankings zu Gleichberechtigung, Bildung, Sicherheit und Lebensqualität einnimmt. Das Land gilt als eines der friedlichsten weltweit und zeichnet sich durch ein hohes Maß an sozialer Gerechtigkeit sowie ein ausgeprägtes Umweltbewusstsein aus. Viele Auswanderer schätzen zudem die Kombination aus moderner, westlicher Lebensweise und dem gleichzeitigen Gefühl, der Natur noch nahe zu sein.

Die isländische Mentalität und Gesellschaft

Die isländische Gesellschaft ist von einer Mischung aus Pragmatismus, Gleichheitsdenken und Individualismus geprägt. Isländer sind in der Regel direkt und unkompliziert in der Kommunikation, legen aber gleichzeitig großen Wert auf Privatsphäre. Die Gemeinschaft spielt eine wichtige Rolle im isländischen Leben, besonders in den dunklen Wintermonaten, wenn soziale Zusammenkünfte, Kultur und gemeinsame Aktivitäten eine wichtige Stütze darstellen. Charakteristisch für die isländische Mentalität ist auch ein ausgeprägter Optimismus und die Fähigkeit, sich schnell an veränderte Umstände anzupassen – eine Eigenschaft, die in einem Land mit extremen Wetterbedingungen und regelmäßiger vulkanischer Aktivität überlebenswichtig ist. Für Auswanderer bedeutet dies, dass sie mit einer grundsätzlich offenen Gesellschaft rechnen können, in der allerdings auch erwartet wird, dass man sich aktiv um Integration bemüht und den Respekt vor der natürlichen Umgebung teilt.

Auswandern nach Island: Der ultimative Leitfaden für ein neues Leben im Land aus Feuer und Eis
Auswandern nach Island: Der ultimative Leitfaden für ein neues Leben im Land aus Feuer und Eis
Auswandern nach Island: Der ultimative Leitfaden für ein neues Leben im Land aus Feuer und Eis

Vor- und Nachteile des Auswanderns nach Island

Zu den größten Vorteilen einer Auswanderung nach Island zählen die hohe Lebensqualität, ein ausgezeichnetes Gesundheits- und Bildungssystem sowie die saubere Umwelt. Die Kriminalitätsrate ist extrem niedrig, und die gesellschaftliche Gleichheit sorgt für ein harmonisches Zusammenleben. Die Arbeitsbedingungen sind in der Regel gut, mit angemessenen Löhnen und einer ausgewogenen Work-Life-Balance. Die einzigartige Natur bietet zudem unbegrenzte Möglichkeiten für Freizeitaktivitäten im Freien, sei es Wandern, Reiten, Angeln oder das Beobachten von Nordlichtern. Dem gegenüber stehen jedoch auch erhebliche Herausforderungen: Die Lebenshaltungskosten in Island gehören zu den höchsten in Europa, insbesondere für Lebensmittel, Wohnen und Transport. Das Klima mit seinen langen, dunklen Wintern und kühlen Sommern kann für Menschen aus südlicheren Regionen gewöhnungsbedürftig sein. Die geografische Isolation hat zwar ihren Reiz, kann aber auch zu einem Gefühl der Abgeschiedenheit führen. Nicht zuletzt stellt die isländische Sprache mit ihrer komplexen Grammatik eine erhebliche Herausforderung dar, obwohl die meisten Isländer ausgezeichnet Englisch sprechen.

Rechtliche Grundlagen und Einwanderungsbestimmungen

Aufenthaltsrecht für EU/EWR-Bürger

Für Bürger aus EU- und EWR-Staaten (Europäischer Wirtschaftsraum) sowie der Schweiz gestaltet sich die Einwanderung nach Island vergleichsweise unkompliziert. Dank des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum genießen diese Staatsbürger weitgehende Freizügigkeit. Sie dürfen ohne Visum nach Island einreisen und sich dort bis zu drei Monate aufhalten. Bei einem beabsichtigten längeren Aufenthalt müssen sie sich jedoch bei der Direktion für Immigration (Útlendingastofnun) registrieren lassen. Für die Anmeldung des Wohnsitzes wird eine isländische Kennitala (Personennummer) benötigt, die das zentrale Identifikationsmerkmal für alle administrativen Vorgänge in Island darstellt. EU/EWR-Bürger, die länger als drei Monate in Island leben möchten, müssen nachweisen können, dass sie entweder einer Erwerbstätigkeit nachgehen, ein Studium absolvieren oder über ausreichende finanzielle Mittel verfügen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, ohne auf isländische Sozialleistungen angewiesen zu sein. Nach fünf Jahren rechtmäßigem Aufenthalt besteht die Möglichkeit, ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht zu beantragen.

Einwanderungsbestimmungen für Nicht-EU/EWR-Bürger

Für Staatsangehörige aus Ländern außerhalb der EU/EWR gelten deutlich strengere Einwanderungsbestimmungen. Sie benötigen grundsätzlich eine Aufenthaltsgenehmigung, bevor sie nach Island umziehen können. Die häufigsten Wege für eine solche Genehmigung sind Arbeitsvisa, Familienzusammenführung, Studentenvisa oder Aufenthaltsgenehmigungen für Personen mit unabhängigem Einkommen. Arbeitsvisa werden in verschiedenen Kategorien vergeben, wobei die Chancen auf Genehmigung vor allem in Berufen mit Fachkräftemangel gut stehen, etwa im Gesundheitswesen, der IT-Branche oder dem Tourismus. Der Antragsprozess kann mehrere Monate in Anspruch nehmen und erfordert in der Regel ein konkretes Arbeitsangebot eines isländischen Arbeitgebers. Die Anforderungen sind streng und umfassen unter anderem Nachweise über berufliche Qualifikationen, finanzielle Mittel, eine Krankenversicherung und ein polizeiliches Führungszeugnis. Es ist ratsam, den Antragsprozess frühzeitig zu beginnen und sich dabei professionell beraten zu lassen, da die isländischen Einwanderungsbehörden großen Wert auf vollständige und korrekte Unterlagen legen.

Der Weg zur isländischen Staatsbürgerschaft

Der Erwerb der isländischen Staatsbürgerschaft stellt für viele Auswanderer den letzten Schritt ihrer Integration dar. Die Grundvoraussetzungen sind ein ununterbrochener rechtmäßiger Aufenthalt von sieben Jahren in Island, ausreichende Kenntnisse der isländischen Sprache, finanzielle Unabhängigkeit, ein einwandfreier Leumund sowie die Kenntnis der isländischen Gesellschaft und Kultur. Der Sprachnachweis erfolgt durch eine offizielle Prüfung, die ein beachtliches Niveau an Isländischkenntnissen erfordert – eine der größten Hürden im Einbürgerungsprozess. Die doppelte Staatsbürgerschaft ist seit einer Gesetzesänderung im Jahr 2003 unter bestimmten Bedingungen möglich, muss aber im Einzelfall geprüft werden. Der Antrag auf Einbürgerung wird beim isländischen Parlament (Althing) eingereicht, das letztendlich über die Vergabe der Staatsbürgerschaft entscheidet. Dieser Prozess kann bis zu einem Jahr dauern und erfordert eine umfangreiche Dokumentation. Die erfolgreiche Einbürgerung wird mit einer feierlichen Zeremonie besiegelt, bei der die neuen Staatsbürger einen Eid auf die isländische Verfassung leisten.

Leben und Wohnen in Island

Der isländische Wohnungsmarkt stellt für Neuankömmlinge oft eine besondere Herausforderung dar. Die Nachfrage nach Wohnraum übersteigt insbesondere in Reykjavík und Umgebung, wo etwa zwei Drittel der Bevölkerung leben, deutlich das Angebot. Dies führt zu vergleichsweise hohen Miet- und Kaufpreisen. Die durchschnittliche Monatsmiete für eine Zweizimmerwohnung in zentraler Lage in Reykjavík liegt bei etwa 1.200 bis 1.500 Euro. In kleineren Städten wie Akureyri oder Egilsstaðir sind die Preise zwar niedriger, aber auch hier ist bezahlbarer Wohnraum knapp. Die Immobiliensuche erfolgt hauptsächlich über Online-Portale wie mbl.is, visir.is oder eigentlich spezialisierte Seiten wie rentinIceland.com oder housing.is. Soziale Netzwerke, insbesondere Facebook-Gruppen für Wohnungssuchende, spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Viele Vermieter bevorzugen persönliche Empfehlungen, weshalb Netzwerke vor Ort von unschätzbarem Wert sein können. Wohnungen werden oft unmöbliert oder teilmöbliert angeboten, und Mietverträge werden üblicherweise für mindestens ein Jahr abgeschlossen. Eine Besonderheit des isländischen Wohnungsmarktes ist die Bedeutung von Genossenschaftswohnungen (húsfélag), bei denen die Bewohner Anteile an der Genossenschaft erwerben und monatliche Gebühren zahlen.

Leben in Reykjavík vs. ländliche Regionen

Die Entscheidung zwischen dem Leben in der Hauptstadt Reykjavík und einer ländlicheren Region Islands hängt stark von den persönlichen Präferenzen und beruflichen Möglichkeiten ab. Reykjavík bietet als kulturelles und wirtschaftliches Zentrum des Landes die größte Auswahl an Arbeitsplätzen, Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants, kulturellen Veranstaltungen und internationalen Verbindungen. Die Stadt ist trotz ihrer geringen Größe von etwa 130.000 Einwohnern erstaunlich kosmopolitisch und verfügt über eine lebendige Kunst- und Musikszene. Die umliegenden Gemeinden wie Kópavogur, Hafnarfjörður und Garðabær bilden mit der Hauptstadt den Großraum Reykjavík, in dem zahlreiche Menschen leben, die in der Hauptstadt arbeiten. Das Leben in ländlicheren Regionen Islands bietet hingegen eine noch engere Verbindung zur spektakulären Natur, mehr Ruhe und oft ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl. Die Lebenshaltungskosten können etwas niedriger sein, wobei die Unterschiede nicht so ausgeprägt sind wie in vielen anderen Ländern. Allerdings sind die Berufsmöglichkeiten in den ländlichen Regionen begrenzter und konzentrieren sich hauptsächlich auf Tourismus, Fischerei, Landwirtschaft und Dienstleistungen für die lokale Gemeinschaft. Die Verfügbarkeit von spezialisierten Dienstleistungen, internationalen Produkten und kulturellen Angeboten ist außerhalb von Reykjavík eingeschränkter, und die Wintermonate können in abgelegenen Gebieten durch Schnee und Dunkelheit besonders herausfordernd sein.

Heizen und Energie – Islands geothermischer Vorteil

Eine der bemerkenswertesten Besonderheiten des Lebens in Island ist die Energieversorgung, die zu über 85% aus erneuerbaren Quellen stammt. Die reichlich vorhandene geothermische Energie und Wasserkraft machen Island zu einem weltweiten Vorreiter in Sachen nachhaltige Energieversorgung. Fast alle Häuser in Island werden mit geothermischer Energie beheizt, die direkt aus dem vulkanisch aktiven Untergrund gewonnen wird. Dies führt zu vergleichsweise niedrigen Heizkosten, trotz des kalten Klimas. Eine typische isländische Wohnung ist daher sehr gut beheizt – so gut, dass Isländer auch im tiefsten Winter oft bei geöffnetem Fenster schlafen. Das heiße Wasser kommt in vielen Teilen des Landes direkt aus geothermischen Quellen und hat daher oft einen leichten Schwefelgeruch, der für Neuankömmlinge zunächst gewöhnungsbedürftig sein kann. Für das Trinken und Kochen wird kaltes Wasser verwendet, das in Island von hervorragender Qualität ist und direkt aus dem Hahn getrunken werden kann. Die reichlich vorhandene Energie macht Island auch zu einem attraktiven Standort für energieintensive Industrien und moderne Technologien wie Rechenzentren und Blockchain-Anwendungen. Für Auswanderer bedeutet dies nicht nur niedrigere Energiekosten, sondern auch die Möglichkeit, in einem Land zu leben, das in Bezug auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz eine Vorreiterrolle einnimmt.

Arbeiten und Karriere in Island

Der isländische Arbeitsmarkt

Der isländische Arbeitsmarkt zeichnet sich durch eine niedrige Arbeitslosenquote, hohe Beschäftigungsraten und flexible Arbeitsbedingungen aus. Die Wirtschaft Islands basiert traditionell auf Fischerei und Fischverarbeitung, hat sich jedoch in den letzten Jahrzehnten stark diversifiziert. Heute spielen der Tourismus, Aluminiumindustrie, Informationstechnologie, erneuerbare Energien und der Dienstleistungssektor eine bedeutende Rolle. Für ausländische Fachkräfte bieten sich besonders gute Chancen in Branchen mit Fachkräftemangel wie dem Gesundheitswesen, der IT, dem Ingenieurwesen sowie dem Tourismus- und Gastronomiebereich. Die isländische Arbeitswelt ist von flachen Hierarchien, einer direkten Kommunikationskultur und einer guten Work-Life-Balance geprägt. Die gesetzliche Arbeitszeit beträgt 40 Stunden pro Woche, und Überstunden werden in der Regel fair vergütet. Isländische Arbeitnehmer genießen starke Rechte und Sozialleistungen, die durch eine hohe gewerkschaftliche Organisation gestützt werden. Etwa 85% der Arbeitnehmer sind Mitglied einer Gewerkschaft, die Tarifverträge aushandelt und die Interessen der Beschäftigten vertritt. Der isländische Arbeitsmarkt ist dynamisch und anpassungsfähig, was sich auch in der schnellen Erholung nach der Finanzkrise von 2008 gezeigt hat.

Selbständigkeit und Unternehmertum in Island

Island bietet ein günstiges Umfeld für Unternehmer und Selbständige. Das Land belegt regelmäßig Spitzenplätze in internationalen Rankings zur Unternehmensfreundlichkeit und zeichnet sich durch schnelle Gründungsprozesse, geringe Bürokratie und eine offene Einstellung gegenüber Innovationen aus. Die Gründung eines Unternehmens kann innerhalb weniger Tage abgeschlossen werden, wobei die häufigste Rechtsform die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (einkahlutafélag oder ehf.) ist. Für die Gründung einer ehf. wird ein Mindestkapital von 500.000 ISK (etwa 3.300 Euro) benötigt. Selbständige und Unternehmer müssen sich beim isländischen Unternehmensregister (Fyrirtækjaskrá) und bei den Steuerbehörden anmelden. Das isländische Ökosystem für Startups ist dynamisch und wird durch verschiedene Förderprogramme, Inkubatoren und Venture-Capital-Firmen unterstützt. Besonders in den Bereichen Technologie, erneuerbare Energien, Biotechnologie und Tourismus bieten sich gute Chancen für innovative Geschäftsideen. Herausforderungen für selbständige Auswanderer können der kleine Binnenmarkt mit nur 375.000 potenziellen Kunden, die hohen Lebenshaltungskosten und die Saisonalität in einigen Branchen sein. Viele erfolgreiche isländische Unternehmen expandieren daher früh ins Ausland oder konzentrieren sich auf digitale Produkte und Dienstleistungen, die weltweit vermarktet werden können. Die starken internationalen Verbindungen Islands, insbesondere zu Europa und Nordamerika, erleichtern solche grenzüberschreitenden Geschäftsaktivitäten.

Sprache und kulturelle Integration

Die isländische Sprache lernen

Die isländische Sprache stellt für viele Auswanderer eine der größten Herausforderungen dar. Als nordgermanische Sprache ist Isländisch mit dem Altnordischen eng verwandt und hat sich seit der Besiedlung der Insel im 9. Jahrhundert vergleichsweise wenig verändert. Diese sprachliche Konservierung bedeutet, dass Isländer heute noch mittelalterliche Sagas im Original lesen können – eine kulturelle Kontinuität, die weltweit ihresgleichen sucht. Für deutschsprachige Lernende bietet Isländisch einige strukturelle Ähnlichkeiten, wie etwa Fälle und grammatikalische Geschlechter, allerdings mit deutlich komplexeren Deklinationsmustern und einer für Außenstehende oft schwierigen Aussprache. Die gute Nachricht ist: Fast alle Isländer sprechen ausgezeichnet Englisch, sodass die Kommunikation im Alltag zunächst problemlos möglich ist. Dennoch ist das Erlernen der Landessprache für eine erfolgreiche Integration unerlässlich. Es öffnet nicht nur Türen zu tieferen sozialen Kontakten, sondern wird auch als Zeichen des Respekts und des Integrationswillens geschätzt. Die isländische Regierung bietet kostenlose oder stark subventionierte Sprachkurse für Einwanderer an, sowohl in Präsenzform als auch online. Die Universität Island und zahlreiche private Sprachschulen haben spezialisierte Programme entwickelt. Ergänzend dazu gibt es digitale Lernplattformen wie Icelandic Online oder Apps wie Drops, die sich auf isländischen Wortschatz spezialisieren. Regelmäßige Konversationstreffen, sogenannte „Kaffi og spjall“ (Kaffee und Gespräch), bieten zudem eine ungezwungene Möglichkeit, das Gelernte anzuwenden.

Isländische Traditionen und Feste

Die isländische Kultur ist reich an einzigartigen Traditionen und Festen, die das Jahr strukturieren und wichtige Gelegenheiten für soziale Zusammenkünfte darstellen. Viele dieser Bräuche haben ihre Wurzeln in der nordischen Mythologie oder im bäuerlichen Leben vergangener Jahrhunderte. Der Weihnachtszyklus beginnt bereits im Dezember mit dem Erscheinen der 13 isländischen Weihnachtsmänner (Jólasveinar), die laut Volksglaube nacheinander vom Berg herabsteigen und kleinen Kindern Geschenke in die Schuhe legen – wenn sie brav waren. Am Heiligabend, dem wichtigsten Tag der isländischen Weihnachtszeit, gehört es zur Tradition, Bücher zu verschenken und den Abend mit Lesen zu verbringen – ein kulturelles Phänomen, das als „Jólabókaflóð“ (Weihnachtsbücherflut) bekannt ist. Das isländische Neujahrsfest wird mit spektakulären Feuerwerken und den mystischen Álfabrennur (Elfenfeuern) gefeiert. Besonders charakteristisch ist das Mittsommerfest am 21. Juni, wenn die Sonne in Island fast nicht untergeht und viele Menschen die ganze Nacht feiern. Der erste Donnerstag im Monat Þorri (etwa Ende Januar) markiert den Beginn des traditionellen Festes Þorrablót, bei dem alte isländische Spezialitäten wie fermentierter Hai (Hákarl), saurer Widder (Súrsaðir hrútspungar) und gesäuertes Hammelfleisch (Súrmatur) verzehrt werden – eine kulinarische Herausforderung für die meisten Ausländer. Der Nationalfeiertag am 17. Juni erinnert an die Unabhängigkeit Islands von Dänemark und wird mit Paraden, Konzerten und öffentlichen Veranstaltungen gefeiert. Für Auswanderer bieten diese Feste wertvolle Gelegenheiten, isländische Kultur hautnah zu erleben und soziale Kontakte zu knüpfen.

Integration und soziales Leben

Die soziale Integration in die isländische Gesellschaft erfordert Engagement, ist aber durch die grundsätzliche Offenheit der Isländer durchaus möglich. Trotz der anfänglichen Zurückhaltung, die Fremden gegenüber gezeigt werden kann, sind Isländer in der Regel hilfsbereit und an kulturellem Austausch interessiert. Der Schlüssel zur Integration liegt oft in der Teilnahme am gemeinschaftlichen Leben. Sport- und Freizeitaktivitäten spielen eine zentrale Rolle im isländischen Sozialleben: Von Schwimmbadbesuchen (ein fast tägliches Ritual für viele Isländer) über Wandergruppen bis hin zu Chören und Musikensembles gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Gleichgesinnte kennenzulernen. Die lokalen Schwimmbäder mit ihren heißen Quellen (hot pots) fungieren als inoffizielle Gemeindezentren, in denen Menschen aller Altersgruppen zusammenkommen und sich austauschen. Eltern finden oft über die Schulen und Freizeitaktivitäten ihrer Kinder Anschluss an die Gemeinschaft. Freiwilligenarbeit bei lokalen Veranstaltungen, Umweltinitiativen oder kulturellen Organisationen kann ebenfalls Türen öffnen. Viele Städte und Gemeinden bieten spezielle Integrationsprogramme für Neuankömmlinge an, die von Sprachcafés über interkulturelle Feste bis hin zu praktischen Einführungen in isländische Gepflogenheiten reichen. In Reykjavík und anderen größeren Städten existieren zudem internationale Gemeinschaften, die den Übergang erleichtern können. Wichtig zu verstehen ist, dass Freundschaften in Island oft langsam wachsen, dann aber besonders tief und beständig sind. Eine gewisse Geduld und die Bereitschaft, den ersten Schritt zu machen, sind daher wichtige Voraussetzungen für den Aufbau eines sozialen Netzwerks.

Alltag und praktische Aspekte

Das isländische Bildungssystem

Das isländische Bildungssystem genießt international einen ausgezeichneten Ruf und basiert auf dem nordischen Modell, das Chancengleichheit, Inklusion und ganzheitliche Entwicklung betont. Die Schulpflicht beginnt mit sieben Jahren und umfasst zehn Schuljahre in der Grunnskóli (Grundschule). Viele Kinder besuchen jedoch bereits ab dem Alter von zwei Jahren eine staatlich subventionierte Leikskóli (Vorschule), die als wichtiger Teil des Bildungssystems betrachtet wird. Nach der Pflichtschulzeit setzen die meisten isländischen Jugendlichen ihre Ausbildung an einer Framhaldsskóli (weiterführende Schule) fort, die mit dem deutschen Gymnasium vergleichbar ist und nach drei bis vier Jahren mit der Studentsprófið (Hochschulreife) abschließt. Alternativ stehen berufsbildende Programme zur Verfügung. Die höhere Bildung wird hauptsächlich durch sieben staatliche Hochschulen angeboten, wobei die 1911 gegründete Universität Island (Háskóli Íslands) die größte und renommierteste ist. An isländischen Schulen wird großer Wert auf kreatives Denken, Problemlösung und Selbstständigkeit gelegt. Die Klassengrößen sind klein, das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern ist respektvoll und unkompliziert – Lehrer werden mit Vornamen angesprochen. Besonders bemerkenswert ist die intensive Förderung von Musik, Kunst und Handwerk sowie die enge Verbindung zur Natur, die sich in regelmäßigen Ausflügen und Outdoor-Aktivitäten widerspiegelt. Für Kinder von Einwanderern bieten isländische Schulen zusätzliche Sprachunterstützung und Integrationsprogramme. An internationalen Schulen ist das Angebot in Island begrenzt, mit der International School of Iceland in Garðabær als Hauptoption für Familien, die einen Lehrplan in englischer Sprache bevorzugen.

Gesundheitssystem und Versicherung

Das isländische Gesundheitssystem folgt dem nordischen Modell eines steuerfinanzierten, universellen Gesundheitsdienstes. Alle legalen Einwohner Islands, die länger als sechs Monate im Land leben und über eine isländische Kennitala (Personennummer) verfügen, haben Zugang zu diesem System. Die medizinische Versorgung ist von hoher Qualität, wobei die Einrichtungen modern und gut ausgestattet sind. Die Basisversorgung erfolgt über Gesundheitszentren (Heilsugæslustöðvar), die ähnlich wie deutsche Hausarztpraxen funktionieren und für alltägliche medizinische Bedürfnisse zuständig sind. Für spezialisierte Behandlungen überweisen diese an Fachärzte oder Krankenhäuser. Das Landspítali in Reykjavík ist das größte Krankenhaus Islands und fungiert als Universitätsklinikum mit allen wichtigen Fachabteilungen. Trotz des universellen Charakters des Systems fallen für viele Leistungen Zuzahlungen an, deren Höhe vom Status des Patienten abhängt. Kinder unter 18 Jahren und Senioren über 67 Jahren genießen erweiterte Kostenübernahmen. Für EU/EWR-Bürger, die nur vorübergehend in Island sind, gilt die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) für notwendige medizinische Behandlungen. Wer dauerhaft nach Island auswandert, sollte sich jedoch so bald wie möglich im nationalen Gesundheitssystem registrieren lassen. Eine Besonderheit des isländischen Gesundheitswesens ist der Fokus auf präventive Maßnahmen und natürliche Heilmethoden, etwa durch die Nutzung der zahlreichen geothermischen Bäder, die traditionell für ihre gesundheitsfördernden Eigenschaften geschätzt werden. Aufgrund der geringen Bevölkerungsdichte kann die medizinische Versorgung in abgelegenen Gebieten eine Herausforderung darstellen, wird jedoch durch ein effizientes Notfallsystem mit Luftrettung und gut ausgestatteten Regionalzentren gewährleistet.

Lebensmittel und Küche – zwischen Tradition und Moderne

Die isländische Küche hat in den letzten Jahrzehnten eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen. Traditionell von den rauen Lebensbedingungen und der Isolation geprägt, basierte sie auf konservierten Lebensmitteln wie getrocknetem Fisch (Harðfiskur), fermentiertem Hai (Hákarl) und gepökeltem Hammelfleisch. Heute verbindet die moderne isländische Küche diese Traditionen mit internationalen Einflüssen und einem starken Fokus auf frische, lokale Zutaten. Fisch und Meeresfrüchte von hervorragender Qualität bilden nach wie vor das Rückgrat der Ernährung, ergänzt durch Lammfleisch von Schafen, die frei auf den Bergweiden grasen. Isländisches Lamm gilt aufgrund seines milden, aromatischen Geschmacks als Delikatesse. Milchprodukte spielen ebenfalls eine wichtige Rolle, insbesondere Skyr, ein proteinreiches, joghurtähnliches Produkt, das heute international bekannt ist. Aufgrund des Klimas ist der Anbau von Gemüse und Obst im Freien begrenzt, weshalb Island lange Zeit stark von Importen abhängig war. In den letzten Jahrzehnten hat jedoch der Anbau in Gewächshäusern, die mit geothermischer Energie beheizt werden, stark zugenommen. So werden heute Tomaten, Gurken, Paprika und sogar Bananen lokal produziert. Die Lebensmittelpreise in Island gehören zu den höchsten in Europa, was teilweise auf die geografische Lage und die klimatischen Bedingungen zurückzuführen ist. Einkaufen kann in Discountern wie Bónus oder Krónan etwas günstiger sein als in den gehobeneren Supermärkten wie Hagkaup. Für Auswanderer ist es ratsam, sich an saisonale Produkte zu halten und die lokalen Fischgeschäfte zu nutzen. Eine schöne Tradition, die das Gemeinschaftsgefühl stärkt, sind die zahlreichen Cafés und Bäckereien, in denen sich Isländer aller Altersgruppen zu Kaffee und den berühmten Zimtschnecken (Kanilsnúðar) treffen.

Transport und Mobilität

Die Fortbewegung in Island ist durch die einzigartige Geografie und das oft unberechenbare Wetter geprägt. Der Hauptverkehrsweg ist die Ringstraße (Hringvegur oder Route 1), die mit einer Länge von etwa 1.340 Kilometern die Insel umrundet und die wichtigsten Siedlungsgebiete verbindet. Während die Hauptstraßen in der Regel asphaltiert und gut unterhalten sind, bestehen viele Nebenstraßen aus Schotter und können besonders in abgelegenen Regionen und während der Wintermonate eine Herausforderung darstellen. Für viele Isländer und Auswanderer ist ein eigenes Auto daher unverzichtbar, idealerweise mit Allradantrieb für Fahrten abseits der Hauptrouten. Der öffentliche Verkehr ist außerhalb von Reykjavík begrenzt. In der Hauptstadt selbst und im näheren Umland bietet das Strætó-Bussystem eine zuverlässige Verbindung, während Langstreckenbusse saisonabhängig die größeren Städte und touristischen Ziele verbinden. Ein Eisenbahnnetz existiert in Island nicht – ein Kuriosum in Europa. Für Verbindungen zwischen entfernteren Orten oder zu abgelegenen Gemeinden werden häufig Inlandsflüge genutzt, die von Air Iceland Connect und anderen regionalen Fluggesellschaften angeboten werden. Die maritime Infrastruktur spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, mit regelmäßigen Fährverbindungen zu den Westfjorden und zu Inseln wie Vestmannaeyjar und Grímsey. Eine wachsende Fahrradkultur, besonders in Reykjavík, bietet eine umweltfreundliche Alternative für kürzere Strecken, unterstützt durch ein zunehmendes Netz an Radwegen. Bei allen Transportformen in Island ist die Berücksichtigung der Wetterbedingungen von entscheidender Bedeutung. Die isländische Straßenwacht (Vegagerðin) bietet in Echtzeit aktualisierte Informationen zu Straßenzuständen und Wetterwarnungen, die vor jeder Reise konsultiert werden sollten. Für Neuankömmlinge ist es ratsam, sich zunächst mit den lokalen Verkehrsregeln und Besonderheiten vertraut zu machen, bevor sie sich in abgelegenere Regionen wagen.

Klima und Naturphänomene Islands

Die vier Jahreszeiten in Island erleben

Trotz seiner nördlichen Lage nahe dem Polarkreis ist Islands Klima dank des Einflusses des Golfstroms milder als oft vermutet, jedoch durch extreme Schwankungen und Unvorhersehbarkeit gekennzeichnet. Die Isländer selbst scherzen oft, dass man in ihrem Land alle vier Jahreszeiten an einem einzigen Tag erleben kann. Der Winter (November bis März) bringt kurze Tage mit nur 4-5 Stunden Tageslicht im Dezember, was für viele Auswanderer zunächst eine Umstellung erfordert. Die Temperaturen in Reykjavík sinken selten unter -10°C, während sie im nördlichen Hochland deutlich tiefer fallen können. Schneefall ist häufig, jedoch an der Küste oft von Tauphasen unterbrochen. Besonders charakteristisch für diese Jahreszeit sind die Nordlichter (Aurora Borealis), die bei klarem Nachthimmel ein spektakuläres Naturschauspiel bieten. Der Frühling (April bis Mai) ist eine Zeit des Übergangs, in der die Tage schnell länger werden und die Natur erwacht. Die isländische Landschaft verwandelt sich von Weiß zu Grün, und die ersten Zugvögel kehren zurück. Der Sommer (Juni bis August) überrascht viele Neuankömmlinge mit seiner Intensität – die fast ununterbrochene Helligkeit um die Sommersonnenwende verleiht der Insel eine surreale Atmosphäre und befeuert die kulturelle und soziale Aktivität. Die Temperaturen erreichen meist 10-15°C, können aber an besonders warmen Tagen auch auf über 20°C steigen. Die sogenannten „weißen Nächte“ ermöglichen Outdoor-Aktivitäten rund um die Uhr und sind ein prägendes Erlebnis des isländischen Sommers. Der Herbst (September bis Oktober) bringt stürmischere Wetterbedingungen und eine dramatische Verfärbung der Landschaft. Die bereits spärliche Vegetation Islands nimmt goldene und rötliche Töne an, was besonders in Verbindung mit dem niedrigeren Sonnenstand zu atemberaubenden Lichtverhältnissen führt, die Fotografen aus aller Welt anziehen. Für das tägliche Leben in Island ist wetterfeste, wasserdichte Kleidung zu jeder Jahreszeit unerlässlich, ebenso wie das Schichtprinzip, um sich flexibel an schnelle Wetterumschwünge anpassen zu können.

Nordlichter, Mitternachtssonne und andere Naturwunder

Island bietet eine Reihe von Naturphänomenen, die weltweit ihresgleichen suchen und für viele Auswanderer ein wichtiger Grund für die Wahl des Landes als neue Heimat sind. Die Nordlichter (Aurora Borealis) sind zwischen September und April bei klarem Himmel regelmäßig zu beobachten und schaffen mit ihren tanzenden grünen, blauen und manchmal roten Lichtvorhängen ein geradezu mystisches Erlebnis. Im Gegensatz dazu steht die Mitternachtssonne im Sommer, wenn die Sonne in den Wochen um die Sommersonnenwende kaum unter den Horizont sinkt und ein goldenes, scheinbar endloses Zwielicht die Nächte prägt. Diese extremen Lichtverhältnisse haben tiefgreifende Auswirkungen auf den Biorhythmus und die Lebensweise der Inselbewohner. Die geologische Aktivität Islands erzeugt weitere einzigartige Naturschauspiele: Geysire wie der berühmte Strokkur, der alle paar Minuten eine kochend heiße Wassersäule bis zu 30 Meter in die Luft schleudert, die zahlreichen heißen Quellen und Dampffelder sowie aktive Vulkane, deren Ausbrüche sowohl faszinierend als auch respekteinflößend sind. Der Kontrast zwischen Feuer und Eis findet sich in den Gletscherlagungen, wo riesige Eisberge von Gletschern kalben und auf Seen oder im Meer treiben, oft vor dem Hintergrund schwarzer Sandstrände. Die Küstenlandschaft Islands bietet spektakuläre Klippen, die als Brutstätten für Millionen von Seevögeln dienen, darunter der ikonische Papageientaucher. Besonders beeindruckend sind die mächtigen Wasserfälle wie Gullfoss, Dettifoss oder Skógafoss, die je nach Jahreszeit unterschiedliche Gesichter zeigen – von tosenden Wassermassen im Frühling bis zu teilweise eisbedeckten Kaskaden im Winter. Für Auswanderer bedeutet das Leben inmitten dieser Naturwunder eine ständige Quelle der Inspiration und Erholung, erfordert aber auch Respekt vor den Naturgewalten und ein Bewusstsein für die eigene Sicherheit, besonders bei Ausflügen in abgelegene Gebiete.

Mit extremen Wetterbedingungen umgehen

Das Wetter in Island kann schnell umschlagen und extreme Formen annehmen, was ein grundlegendes Verständnis der lokalen Bedingungen und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen erfordert. Winterstürme mit Windgeschwindigkeiten von über 100 km/h sind keine Seltenheit und können selbst in städtischen Gebieten zu erheblichen Einschränkungen führen. Der isländische Wetterdienst (Veðurstofa Íslands) gibt regelmäßig Wetterwarnungen heraus, die von der Bevölkerung sehr ernst genommen werden sollten. Das Farbcodesystem reicht von Grün (keine Gefahr) bis Rot (extreme Gefahr), wobei bei Rot-Warnungen oft öffentliche Einrichtungen geschlossen bleiben und von nicht notwendigen Reisen dringend abgeraten wird. Eine der größten Herausforderungen für Neuankömmlinge ist die Dunkelheit im Winter, die zu Vitamin-D-Mangel und saisonalen Stimmungsschwankungen führen kann. Viele Isländer begegnen diesem mit regelmäßigen Besuchen in Schwimmbädern und Saunen, einer gesunden Ernährung reich an Omega-3-Fettsäuren (vor allem aus Fisch) und Nahrungsergänzungsmitteln. Auch die aktive Gestaltung der Innenräume mit warmem Licht und das Aufrechterhalten sozialer Kontakte helfen, die dunkle Jahreszeit besser zu überstehen. Der starke Wind kann im Winter zu gefühlten Temperaturen führen, die deutlich unter den tatsächlichen liegen (Windchill-Effekt), was entsprechende Kleidung erfordert. Als Grundausstattung empfehlen sich wasserdichte und winddichte Außenschichten, mehrere Isolationsschichten aus Wolle oder Funktionsmaterialien sowie robuste, rutschfeste Schuhe. Die Isländer haben eine pragmatische Einstellung zu den Herausforderungen des Wetters entwickelt, die sich in dem bekannten Sprichwort „Það er ekkert til sem heitir vont veður, bara vond föt“ widerspiegelt – „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“. Diese Mentalität, verbunden mit der richtigen Ausrüstung und einem gesunden Respekt vor den Naturgewalten, ermöglicht es, die isländische Natur zu jeder Jahreszeit sicher zu genießen.

Finanzielle Aspekte des Lebens in Island

Steuersystem und Abgaben

Das isländische Steuersystem ist progressiv aufgebaut und finanziert den umfassenden Wohlfahrtsstaat des Landes. Die Einkommensteuer ist in drei Stufen gestaffelt: Der Basissatz beträgt etwa 31,45%, der mittlere Satz 37,95% und der Höchstsatz 46,25% für Einkommen über einer bestimmten Grenze. Diese Sätze setzen sich aus einem nationalen Anteil und einem kommunalen Anteil zusammen, wobei letzterer je nach Wohnort leicht variieren kann. Hinzu kommt ein persönlicher Steuerfreibetrag (persónuafsláttur), der monatlich von der Steuerschuld abgezogen wird und das effektive Steuerniveau senkt. Die Mehrwertsteuer (virðisaukaskattur oder VSK) beträgt standardmäßig 24%, mit einem ermäßigten Satz von 11% für bestimmte Waren und Dienstleistungen wie Lebensmittel, Bücher und touristische Unterkünfte. Neben diesen Hauptsteuern gibt es in Island verschiedene weitere Abgaben, darunter eine Kapitalertragsteuer von 22%, eine Erbschaftssteuer und eine Grundsteuer. Die Sozialversicherungsbeiträge werden hauptsächlich vom Arbeitgeber getragen, der einen Beitrag von etwa 6,85% des Bruttogehalts an den Staat abführt. Für Selbständige und Unternehmer gelten spezielle Regelungen, die eine höhere Eigenverantwortung für Sozialabgaben vorsehen. Bemerkenswert ist das transparente und digitalisierte Steuersystem Islands: Die jährliche Steuererklärung wird für die meisten Steuerzahler bereits vorausgefüllt und kann online überprüft und eingereicht werden. Ausländer, die ihren Wohnsitz nach Island verlegen, werden in der Regel nach einer Aufenthaltsdauer von 183 Tagen innerhalb eines Zeitraums von 12 Monaten in Island unbeschränkt steuerpflichtig. Für Neuzuwanderer mit spezialisierten Kenntnissen gibt es unter bestimmten Voraussetzungen steuerliche Vergünstigungen, die 25% des Einkommens für bis zu drei Jahre von der Steuer befreien können – eine Maßnahme, um internationale Fachkräfte anzuziehen.

Lebenshaltungskosten und Gehaltsniveau

Island zählt zu den teuersten Ländern Europas, wobei die Lebenshaltungskosten im Durchschnitt etwa 30-40% über dem deutschen Niveau liegen. Die hohen Kosten sind teilweise auf die isolierte Lage der Insel und die damit verbundenen Importkosten zurückzuführen, aber auch auf die allgemein hohen Standards in Bereichen wie Wohnen, Bildung und Gesundheitsversorgung. Die Wohnkosten machen den größten Einzelposten im Budget der meisten Haushalte aus. Für eine durchschnittliche Zweizimmerwohnung in Reykjavík müssen monatlich etwa 1.200-1.500 Euro Miete eingeplant werden, während Kaufpreise für Wohnungen bei rund 4.000-6.000 Euro pro Quadratmeter beginnen. Außerhalb der Hauptstadt sind die Immobilienpreise niedriger, jedoch immer noch beträchtlich. Lebensmittel sind ebenfalls deutlich teurer als in Deutschland, mit Preisaufschlägen von 40-60% für viele importierte Produkte. Ein einfaches Mittagessen in einem Restaurant kostet etwa 15-25 Euro, ein Cappuccino 4-5 Euro. Die Kosten für öffentliche Verkehrsmittel sind moderat, jedoch ist der Besitz eines eigenen Autos aufgrund der geografischen Gegebenheiten für viele unerlässlich, was zusätzliche Ausgaben für Anschaffung, Versicherung, Wartung und vor allem Treibstoff mit sich bringt. Dafür sind einige Aspekte des täglichen Lebens vergleichsweise günstig: Heizkosten dank der geothermischen Energie, der Zugang zu Schwimmbädern und Thermalquellen sowie die überwiegend kostenlose Bildung von der Vorschule bis zur Universität. Die Gehälter in Island sind entsprechend hoch, um die Lebenshaltungskosten auszugleichen. Der Mindestlohn liegt bei etwa 350.000 ISK (ca. 2.300 Euro) brutto pro Monat, während das durchschnittliche Monatsgehalt bei etwa 600.000 ISK (ca. 4.000 Euro) brutto liegt. Hochqualifizierte Fachkräfte, insbesondere in Bereichen wie IT, Finanzwesen, Ingenieurwesen und Gesundheitswesen, können mit deutlich höheren Gehältern rechnen. Trotz der hohen Steuern bleibt den meisten Arbeitnehmern ein auskömmliches Nettoeinkommen, das einen guten Lebensstandard ermöglicht, wenn auch mit weniger finanziellen Spielraum für Luxusgüter und internationale Reisen als in vielen anderen europäischen Ländern.

Banksystem und Währung

Die isländische Krone (Íslensk króna, ISK) ist die offizielle Währung Islands, die trotz gelegentlicher Diskussionen über einen möglichen Beitritt zur Eurozone beibehalten wurde. Der Wechselkurs unterliegt gewissen Schwankungen, hat sich aber seit der Finanzkrise von 2008 und der anschließenden Erholung der isländischen Wirtschaft stabilisiert. Für Auswanderer ist es wichtig zu wissen, dass Island eine weitgehend bargeldlose Gesellschaft ist, in der selbst kleinste Beträge wie ein Kaffee oder ein Parkticket mit Karte oder mobil bezahlt werden können. Das isländische Bankensystem wurde nach der Finanzkrise grundlegend reformiert und ist heute stabil und modern. Die drei größten Geschäftsbanken sind Landsbankinn, Íslandsbanki und Arion banki, die alle umfassende Dienstleistungen für Privat- und Geschäftskunden anbieten. Um ein Bankkonto in Island zu eröffnen, benötigen Auswanderer in der Regel ihre isländische Kennitala (Personennummer), einen gültigen Pass oder Personalausweis sowie einen Nachweis über den Wohnsitz in Island. Einige Banken bieten spezielle Servicepakete für Neuankömmlinge an, die den Einstieg erleichtern sollen. Online-Banking ist hochentwickelt und nutzerfreundlich, wobei die meisten Banken auch englischsprachige Versionen ihrer digitalen Plattformen anbieten. Für die Authentifizierung beim Online-Banking und für viele andere digitale Dienstleistungen wird häufig die isländische elektronische ID (Rafræn skilríki) verwendet, die auf Smartphones oder speziellen Karten verfügbar ist. Eine Besonderheit des isländischen Finanzsystems ist die Indexierung langfristiger Kredite, insbesondere Hypotheken, an die Inflationsrate. Dies bedeutet, dass sich die Kreditbeträge mit der Inflation erhöhen können – ein System, das Stabilität gewährleisten soll, aber für Auswanderer aus Ländern mit festen Zinssätzen gewöhnungsbedürftig sein kann. Für internationale Überweisungen fallen wie überall Gebühren an, wobei diese je nach Bank und Zielland variieren. Viele Auswanderer behalten zunächst auch ein Konto in ihrem Heimatland, um finanzielle Flexibilität zu wahren. Es ist ratsam, sich vor der Auswanderung über Möglichkeiten zur Steueroptimierung und zur Vermeidung von Doppelbesteuerung zu informieren, insbesondere wenn Einkünfte aus dem Heimatland bezogen werden oder dort Vermögenswerte bestehen bleiben.

Praktische Vorbereitungen für die Auswanderung

Checkliste und Zeitplan für die Auswanderung

Eine erfolgreiche Auswanderung nach Island erfordert sorgfältige Planung und Vorbereitung, idealerweise beginnend mindestens ein Jahr vor dem geplanten Umzug. In den 12-9 Monaten vor der Abreise sollten grundlegende Recherchen abgeschlossen, die rechtlichen Voraussetzungen geprüft und erste Kontakte in Island geknüpft werden. Zu diesem Zeitpunkt empfiehlt es sich auch, mit dem Erlernen der isländischen Sprache zu beginnen, selbst wenn nur grundlegende Kenntnisse erworben werden. 9-6 Monate vor dem Umzug ist es ratsam, die Jobsuche zu intensivieren oder, falls ein Arbeitsplatz bereits gesichert ist, die notwendigen Arbeitsgenehmigungen zu beantragen. Parallel dazu sollte die Wohnungssuche beginnen, idealerweise mit Unterstützung lokaler Kontakte oder spezialisierter Agenturen. 6-3 Monate vor der Abreise stehen praktische Aspekte im Vordergrund: Kündigung der Wohnung im Heimatland, Organisation des Umzugs, Abschluss notwendiger Versicherungen für Island und Vorbereitung der erforderlichen Dokumente. Dazu gehören beglaubigte Übersetzungen wichtiger Urkunden wie Geburtsurkunden, Heiratsurkunden, Ausbildungsnachweise und Arbeitszeugnisse. In den letzten drei Monaten vor dem Umzug sollten alle verbleibenden bürokratischen Angelegenheiten im Heimatland erledigt werden, wie die Abmeldung beim Einwohnermeldeamt, Kündigung von Verträgen und Mitgliedschaften sowie die steuerliche Klärung der Auswanderung. Gleichzeitig erfolgt die konkrete Vorbereitung auf das Leben in Island, etwa durch die Beschaffung geeigneter Kleidung für das isländische Klima und die Klärung praktischer Fragen wie Mobilfunkverträge und Internetanschluss. Eine detaillierte Checkliste sollte einzelne Schritte nach Priorität und Zeitpunkt ordnen und kann als roter Faden während des gesamten Auswanderungsprozesses dienen. Besonders wichtig ist dabei, Pufferzeiten für unvorhergesehene Verzögerungen einzuplanen, da behördliche Prozesse oft länger dauern als erwartet – sowohl im Heimatland als auch in Island.

Umzug und Transport nach Island

Der Transport des Hausrats nach Island erfordert aufgrund der Insellage besondere Planung. Die gängigste Methode ist der Seetransport in Containern, der kostengünstiger als der Lufttransport ist, aber entsprechend mehr Zeit in Anspruch nimmt – typischerweise zwei bis drei Wochen von europäischen Häfen aus. Spezialisierte Umzugsunternehmen mit Erfahrung bei internationalen Umzügen nach Island können den gesamten Prozess koordinieren, von der Verpackung über den Transport bis hin zur Zollabwicklung. Die Kosten für einen Containerumzug variieren je nach Volumen und Ausgangspunkt, liegen aber für einen Durchschnittshaushalt typischerweise zwischen 3.000 und 7.000 Euro. Beim Import von Haushaltsgegenständen nach Island fallen in der Regel keine Zölle oder Steuern an, sofern diese bereits benutzt sind und für den eigenen Bedarf bestimmt sind. Allerdings ist eine detaillierte Inventarliste für die Zollabwicklung erforderlich. Bestimmte Güter unterliegen Einschränkungen oder Verboten, darunter einige Lebensmittel, Pflanzen, Waffen und Drogen. Bei der Planung des Umzugs sollte berücksichtigt werden, dass viele isländische Wohnungen kleiner dimensioniert sind als in Deutschland üblich, weshalb eine kritische Bestandsaufnahme des Besitzes sinnvoll ist. Der Transport eines eigenen Fahrzeugs nach Island ist möglich, aber mit erheblichen Kosten verbunden, da Importsteuern und Mehrwertsteuer anfallen. Zudem müssen Fahrzeuge oft an isländische Standards angepasst werden, etwa hinsichtlich der Beleuchtung und Winterbereifung. Viele Auswanderer entscheiden sich daher für den Kauf eines Fahrzeugs vor Ort. Haustiere können nach Island mitgebracht werden, unterliegen jedoch strengen Quarantänebestimmungen zum Schutz der einheimischen Tierpopulation. Hunde und Katzen müssen vor der Einreise geimpft und entwurmt werden und anschließend eine obligatorische Quarantäne von zwei Wochen in der speziellen Quarantänestation in Hafnarfjörður durchlaufen. Die Kosten für diese Quarantäne liegen bei etwa 500-700 Euro pro Tier. Für die persönliche Anreise nach Island stehen Flugverbindungen von verschiedenen europäischen Städten zum internationalen Flughafen Keflavík oder, in den Sommermonaten, Fährverbindungen von Dänemark über die Färöer-Inseln zur Verfügung.

Erste Schritte nach der Ankunft in Island

Nach der Ankunft in Island gilt es, eine Reihe administrativer Schritte zu erledigen, um das neue Leben reibungslos zu gestalten. An erster Stelle steht die Beantragung der Kennitala (Personennummer) beim isländischen Einwohnermeldeamt Þjóðskrá. Diese Nummer ist der Schlüssel zu fast allen Aspekten des isländischen Lebens – vom Eröffnen eines Bankkontos über den Abschluss von Verträgen bis hin zur Anmeldung bei öffentlichen Dienstleistungen. Für EU/EWR-Bürger ist dies in der Regel ein unkomplizierter Prozess, der persönlich im Büro von Þjóðskrá in Reykjavík oder in einigen regionalen Zentren erledigt werden kann. Erforderliche Dokumente sind ein gültiger Reisepass, der Nachweis einer Unterkunft in Island (Mietvertrag oder Kaufvertrag) sowie je nach Status ein Arbeitsvertrag, eine Studienbescheinigung oder ein Nachweis über ausreichende finanzielle Mittel. Nach Erhalt der Kennitala sollte umgehend ein isländisches Bankkonto eröffnet werden, wofür ein Termin bei einer der Hauptbanken vereinbart werden sollte. Die Anmeldung im Gesundheitssystem erfolgt durch die Registrierung bei einem lokalen Gesundheitszentrum (Heilsugæsla) im Wohngebiet, wobei jedem Einwohner ein Hausarzt zugewiesen wird. Für Familien mit Kindern ist die Anmeldung in Schulen oder Vorschulen ein wichtiger Schritt, der idealerweise so früh wie möglich erledigt werden sollte, da besonders in beliebten Einrichtungen Wartelisten bestehen können. Die Beantragung einer isländischen Mobiltelefonnummer und eines Internetanschlusses rundet die grundlegende Einrichtung ab. Innerhalb der ersten Wochen ist es ratsam, sich mit dem öffentlichen Verkehrssystem vertraut zu machen oder, falls notwendig, den Prozess des Führerscheinerwerbs oder der Anerkennung eines ausländischen Führerscheins zu beginnen. EU/EWR-Führerscheine werden in Island anerkannt, müssen aber nach sechs Monaten Aufenthalt gegen einen isländischen Führerschein getauscht werden. Eine praktische Hilfe für Neuankömmlinge bieten Integrationscentren und Beratungsstellen für Einwanderer, die in Reykjavík und einigen anderen Städten zu finden sind und bei Fragen zu Wohnen, Arbeit, Sprachkursen und kulturellen Anpassungen unterstützen können.

Erfahrungsberichte und Ressourcen

Interviews mit Auswanderern – Lehren aus der Praxis

Die Erfahrungen derjenigen, die bereits den Schritt der Auswanderung nach Island gewagt haben, bieten wertvolle Einblicke und praktische Ratschläge für Neulinge. Maria, eine deutsche Ärztin, die seit fünf Jahren in Reykjavík lebt, betont die Bedeutung der Sprachkenntnisse: „Obwohl fast alle Isländer perfekt Englisch sprechen, hat sich mein Leben grundlegend verändert, als ich anfing, Isländisch zu verstehen und zu sprechen. Plötzlich öffneten sich soziale Türen, die vorher verschlossen waren.“ Sie empfiehlt, mit dem Sprachenlernen so früh wie möglich zu beginnen und jede Gelegenheit zum Üben zu nutzen, selbst wenn die Reaktion zunächst ein Wechsel ins Englische ist. Thomas, ein IT-Spezialist aus Österreich, der in Akureyri im Norden Islands lebt, hebt die Bedeutung der mentalen Vorbereitung auf die Wintermonate hervor: „Die Dunkelheit und das Wetter können belastend sein, wenn man nicht aktiv gegensteuert. Ich habe mir angewöhnt, jeden Tag nach draußen zu gehen, unabhängig vom Wetter, Vitamin D zu supplementieren und die Gemeinschaft zu suchen.“ Er betont auch die Notwendigkeit, realistische Erwartungen zu haben: „Island ist kein perfektes Utopia, sondern ein reales Land mit eigenen Herausforderungen – hohen Lebenshaltungskosten, Wohnungsknappheit und einer manchmal gewöhnungsbedürftigen Direktheit.“ Sophia, eine niederländische Künstlerin, die ein kleines Gästehaus an der Südküste betreibt, rät dazu, sich auf die unternehmerische Mentalität der Isländer einzulassen: „Viele Isländer haben mehrere berufliche Standbeine und passen sich flexibel an die Saisonalität und wirtschaftliche Schwankungen an. Diese Anpassungsfähigkeit ist in Island ein großer Vorteil.“ Sie empfiehlt außerdem, sich aktiv in die Gemeinschaft einzubringen, sei es durch freiwillige Arbeit, kulturelle Veranstaltungen oder lokale Vereine. Eine gemeinsame Empfehlung aller befragten Auswanderer ist die Wertschätzung der isländischen Natur und Kultur: Der Respekt vor der oft unberechenbaren Natur und die Bereitschaft, lokale Traditionen kennenzulernen und zu respektieren, werden als Schlüssel für eine erfolgreiche Integration gesehen.

Hilfreiche Organisationen und Communities

Für Auswanderer nach Island gibt es verschiedene Organisationen und Gemeinschaften, die bei der Integration unterstützen und wertvolle Netzwerke bieten. Das Multicultural Information Centre (Fjölmenningarsetur) ist eine staatliche Einrichtung, die Informationen und Beratung in mehreren Sprachen anbietet und als erste Anlaufstelle für viele praktische Fragen dienen kann. Die International Community of Iceland organisiert regelmäßige Treffen, Workshops und kulturelle Veranstaltungen für Expats und fördert den Austausch zwischen Neuankömmlingen und etablierten Einwohnern. Besonders aktiv sind auch sprachspezifische Gemeinschaften wie der Deutsch-Isländische Kulturverein oder die English-Speaking Community, die kulturelle Veranstaltungen organisieren und praktische Unterstützung bieten. Darüber hinaus existieren zahlreiche Facebook-Gruppen für Auswanderer, wie „Leben in Island“, „Deutsche in Island“ oder „Expats in Iceland“, die als Plattformen für Fragen, Austausch und gegenseitige Hilfe dienen. Besonders wertvoll für die praktische Integration sind die zahlreichen Sportvereine und Freizeitgruppen Islands. Von Fußball- und Handballvereinen über Chöre bis hin zu Wandergruppen und Fotografieclubs – die Teilnahme an solchen Aktivitäten ermöglicht es Neuankömmlingen, soziale Kontakte zu knüpfen und gleichzeitig ihre Interessen zu verfolgen. Für Eltern bieten Elternvereine in Schulen und Kindergärten eine Möglichkeit, andere Familien kennenzulernen und sich in die lokale Gemeinschaft zu integrieren. Die isländischen Bibliotheken fungieren oft als kulturelle Zentren und bieten neben Büchern in verschiedenen Sprachen auch Veranstaltungen, Sprachcafés und Informationsmaterialien für Neuankömmlinge. Nicht zuletzt sind die Schwimmbäder, die in jedem isländischen Ort zu finden sind, wichtige soziale Treffpunkte, an denen Gespräche zwischen Fremden natürlich entstehen und Kontakte geknüpft werden können.

Online-Ressourcen und Literatur

Für die Vorbereitung auf die Auswanderung nach Island stehen zahlreiche Online-Ressourcen und Literatur zur Verfügung. Die offizielle Website der isländischen Direktion für Immigration (Útlendingastofnun, www.utl.is) bietet umfassende und aktuelle Informationen zu Visa, Aufenthaltsgenehmigungen und rechtlichen Anforderungen in isländischer und englischer Sprache. Das Portal island.is fungiert als zentrale Anlaufstelle für digitale Behördendienste und enthält praktische Informationen zu allen Aspekten des Lebens in Island. Für Arbeitssuchende ist die Website der isländischen Arbeitsagentur (Vinnumálastofnun, www.vinnumalastofnun.is) mit ihrer Jobbörse und Informationen zu Arbeitnehmerrechten eine wertvolle Ressource. Die Website der Universität Island (www.icelandic.hi.is) bietet kostenlose Online-Kurse zum Erlernen der isländischen Sprache auf verschiedenen Niveaustufen. Spezifisch für deutschsprachige Auswanderer existieren mehrere Blogs und Foren, die persönliche Erfahrungen und praktische Tipps teilen, darunter „Mein Island“ und „Nordisch.info“. In Bezug auf gedruckte Literatur gibt es einige empfehlenswerte Werke: „Leben und Arbeiten in Island“ von Gabriele Áslaug Baumgartner-Schäfer bietet einen umfassenden praktischen Ratgeber mit Fokus auf den Alltag und die berufliche Integration. „Island – Unterwegs ins eigene Leben“ von Bernd Maier-Leppla beschreibt die persönliche Auswanderungsgeschichte des Autors und gibt Einblicke in kulturelle Besonderheiten. Für ein tieferes Verständnis der isländischen Kultur und Mentalität sind „Die Isländer“ von Richard Fidler und Kári Gíslason sowie „Gebrauchsanweisung für Island“ von Kristof Magnusson hilfreich. Als Einstieg in die Sprache eignet sich „Isländisch für Anfänger“ von Ari Páll Kristinsson, das speziell auf die Bedürfnisse deutschsprachiger Lernender eingeht. Neben diesen spezifischen Ressourcen können Podcasts wie „Iceland Naturally“ oder „The Iceland Podcast“ aktuelle Einblicke in das Leben auf der Insel geben und helfen, ein realistisches Bild vom Alltag in der neuen Heimat zu entwickeln.

Die Entscheidung, nach Island auszuwandern

Die Entscheidung, nach Island auszuwandern, ist ein bedeutender Lebensschritt, der sorgfältige Planung, Vorbereitung und eine realistische Einschätzung der Chancen und Herausforderungen erfordert. Island bietet mit seiner atemberaubenden Natur, der hohen Lebensqualität, dem ausgeprägten Gemeinschaftssinn und der fortschrittlichen Gesellschaft zweifellos eine attraktive neue Heimat für diejenigen, die bereit sind, sich auf das Abenteuer einzulassen. Gleichzeitig stellen die hohen Lebenshaltungskosten, die klimatischen Bedingungen, die geografische Isolation und nicht zuletzt die sprachliche Barriere erhebliche Herausforderungen dar, die nicht unterschätzt werden sollten.

Eine erfolgreiche Auswanderung nach Island basiert auf drei wesentlichen Säulen: Erstens, einer gründlichen Vorbereitung, die rechtliche, finanzielle und praktische Aspekte umfasst. Zweitens, einer offenen und anpassungsfähigen Einstellung, die bereit ist, neue kulturelle Normen zu akzeptieren und sich auf die isländische Lebensweise einzulassen. Und drittens, der Bereitschaft, aktiv in die Gemeinschaft zu investieren – sei es durch das Erlernen der Sprache, die Teilnahme am lokalen Vereinsleben oder einfach durch nachbarschaftliches Engagement.


Die Erfahrungen erfolgreicher Auswanderer zeigen, dass diejenigen am besten zurechtkommen, die realistische Erwartungen haben, die Besonderheiten Islands als Bereicherung und nicht als Hindernis betrachten und sich bewusst Zeit für die Integration nehmen. Island ist kein Land für schnelllebige Veränderungen oder oberflächliche Beziehungen – es belohnt Geduld, Beständigkeit und echtes Interesse an der einzigartigen Kultur und Geschichte der Insel.

Für diejenigen, die den Schritt wagen und die anfänglichen Hürden überwinden, bietet Island die Möglichkeit eines Lebens, das moderne Annehmlichkeiten mit einer tiefen Verbindung zur Natur, soziale Sicherheit mit persönlicher Freiheit und lokale Verwurzelung mit weltoffener Perspektive verbindet. In diesem Sinne kann die Auswanderung nach Island nicht nur ein geografischer Wechsel sein, sondern auch eine Reise zu einem bewussteren, ausgewogeneren und erfüllteren Lebensstil im Einklang mit der eindrucksvollen nordischen Natur und ihrer resilienten Gemeinschaft.

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Stand: 04/2025